Projekte

Der Mut fördern e.V. plant folgende Projekte im Feld der Selbsthilfe & Entstigmatisierung von psychischen Erkrankungen zu beantragen und durchzuführen bzw. zu veranstalten:

MUT-TOUR

Per Tandem für mehr Offenheit im Umgang mit Depression

(derzeit unter Trägerschaft von der Deutschen DepressionsLiga e.V. ab 2022 über Mut fördern e.V.)

Bei der MUT-TOUR machen depressionserfahrene und -unerfahrene Menschen seit 2012 gemeinsam Sport und Öffentlichkeitsarbeit. Sie setzen sich mit ihren persönlichen Geschichten für mehr Wissen und Mut im Umgang mit psychischen Erkrankungen ein. In Sechserteams sind sie jeden Sommer auf Tandems oder zu Fuß unterwegs und treffen Journalist*innen in ganz Deutschland.

Bislang haben rund 260 depressionserfahrene und -unerfahrene Menschen über 35.000 Kilometer zurückgelegt und mehr als 2.950 ermutigende Zeitungsartikel sowie Hunderte Online-, Radio- und TV-Veröffentlichungen zum Projekt und seinem Anliegen auf den Weg gebracht.

Diese Etappen einer jeden MUT-TOUR findet bundesweit zwischen Juni und Anfang September statt. Teilnehmer*innen haben die Möglichkeit, in Sechsergruppen sieben Tage am Stück auf den Tandems mitzufahren. Die Teams legen rund 60 Kilometer am Tag zurück, übernachten spontan im Zelt und bei einzelnen Etappen auch bei Partnerorganisationen oder privaten Gastgebern. 

Zuvor gibt es an drei verschiedene Termine für ein „MIT-MACH-Wochenende“ bei Kassel zum gegenseitigen Kennenlernen. Auch wer sich eine Etappen-Teilnahme (noch) nicht zutraut und/oder anderweitig beim Projekt mitmachen möchte, ist dort herzlich willkommen.

Seit 2020 gibt es – anlässlich der Corona-Pandemie – auch eine virtuelle MUT-TOUR, durch die corona-kompatible Aktivitäten, sowohl der MUT-TOUR-Teilnehmer selbst als auch geneigter Dritter interaktiv, dargestellt werden. 2020 ist es uns mit dieser Improvisation gelungen, aus dem Stand 1/3 der sonst üblichen 360 Berichterstattungen in Lokalzeitungen in ganz Deutschland zu erwirken. 

Trägerverein der MUT-TOUR soll bis Ende 2021, als ältester, bundesweit tätiger Betroffenenverband, die Deutsche DepressionsLiga sein. Die BARMER, die Deutsche Rentenversicherung Bund, verschiedene Landes-DRVen Regionalträger sowie einige Stiftungen wie Bad Laer Stiftung zur Förderung des Gesundheitswesens oder Kämpgen~Stiftung sind Kostenträger. Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe, das Bündnis gegen Depression, der Deutsche Behindertensportverband und der Fahrrad-Club ADFC e.V. sind Bundespartner der MUT-TOUR.Drei weitere Projektideen, von denen eine bereits im Oktober 2020 angestoßen wird.


MUT-WANDERN

Wandernd und mit Begleitung von Pferden um auf das Thema Depression aufmerksam zu machen

Für 2022 geplant: Outsourcing des Wanderteams mit Pferdebegleitung aus der MUT-TOUR hin zu einem eigenständigen Projekt. Um der offenbar anders veranlagten Teilnehmerschaft gerecht zu werden, soll es einen eigenen Teilnehmerzyklus (Briefing, eigene Kennenlern-Wochenenden sowie pro Jahr zwei Wander-Etappen) geben. Die Herbst- und Wintertreffen sowie die EDV-Infrastruktur der MUT-TOUR werden von den Verantwortlichen und den Teilnehmern von MUT-WANDERN mit besucht bzw. genutzt.


MUT-ATLAS

Online-Deutschlandkarte der psychosozialen Versorgung

Für 2021 geplant: Trotz der vergleichsweise exzellenten und flächendeckend vorhandenen Versorgung im psychosozialen bzw. medizinischen Bereich, gibt es in Deutschland immer noch keinen Online-Atlas, in dem man mithilfe der kartografischen Darstellung (vgl. Wheelmap!) bzw. ausgeklügelter Such- und Filtermöglichkeiten verschiedene Angebote zu Hilfe und Selbsthilfe betrachten bzw. finden könnte. Es sollen von niederschwelligen (anonymen/informellen) Gesprächsangeboten aus einem eher primärpräventiven Bereich bis hin zu stationären Interventionen, die nur über ärztliche Rezepte/Diagnosen zugänglich sind, dargestellt werden.

Die Daten zu den einzelnen Angeboten werden von Vertretern der jeweiligen Angebote oder ggf. deren Verbände selbst auf einem dafür angelegten Internbereich der Projektwebseite gepflegt. Nutzer können, analog zu Wikipedia, Informationen zu bereits eingestellten Angeboten zur Ergänzung oder Verbesserung vorschlagen. 

Nach eigenen Vor-Recherchen überzeugt die Projektidee, weil sie als EDV-seitig gefütterte Lösung beliebig skaliert werden kann und föderale, kommunale bzw. regionale Kompetenzgrenzen überwinden kann. Nach einer Erprobungsphase soll das Projekt gen 2022 breiter beworben und damit ausgebaut werden.


Weitere Projekte im Bereich Entstigmatisierung & Selbsthilfe in der Pipeline:

  • MUT-WOCHEN: Das mit unserem Stadthagener Partner gemeinsam entwickelten Konzept zu den “Mutwochen Schaumburg” soll als Blaupause auch anderen Standorten angeboten werden. Verhandlung, Betreuung und Monitoring erfolgt seitens des Mut förderns e.V.
  • MUT-LAUF: Das seit 2016 in Berlin (heute “Markt und Lauf der seelischen Gesundheit”) und seit 2017 in Kiel durchgeführte MUT-LAUF-Konzept soll weiteren Standorten angeboten werden. Verhandlung, Betreuung und Monitoring seitens des Mut fördern e.V.

Die beiden oberen Projekte werden je nach Zeit- und Geldressourcen ab 2021 angegangen.

Es besteht noch eine weitere, nicht spruchreife bzw. nicht vor-erprobte und völlig andere Projektidee, die den ungerechten Umstand aufgreifen soll, dass Menschen, die sich (sekundär-)präventiv um ihre seelische Gesundheit kümmern, sprich in Therapie gehen, in den nächsten fünf Jahren kaum Chancen auf verschiedene wichtige Versicherungen wie z.B. Berfufsunfähigkeitsversicherungen haben, obwohl praktisch und auch aus medizinischer Sicht keine höhere Chance auf künftige „Ausfälle“ aufgrund psychischer Probleme besteht als bei anderen Menschen – die sich *nicht* um ihre seelische Gesundheit kümmern und *keine* Therapeuten aufsuchen. Wieviele Leute suchen wohl u.U. aus Angst vor dieser quasi-strukturellen Benachteiligungen keine Therapeuten auf? Oder weil sie mit auch nur einer Psychotherapie-Stunde nach dem Referendariat nicht verbeamtet werden? Es gibt noch viel zu tun!